Alles, was nicht hässlich und schmutzig antiserbisch ist, muss sich heute gefallen lassen, als proserbisch bezeichnet zu werden. Für mich ist das Antiserbentum, das als Hauptschmutzstrom gegen ein Volk auftritt, ein Schimpfwort wie Antisemit geworden. Die Antiserben sind für mich auf andere Weise genauso übel und unerträglich wie die Antisemiten in ihrer schlimmsten Zeit
Peter Handke - österreichischer Schriftsteller
Das US-/NATO-Gericht, vor dem Slobodan Milosevic angeklagt ist, war schon immer völlig illegal. Es konnte nie ernsthaft als Institution der Rechtsprechung bezeichnet werden. Milosevics Verteidigung ist kraftvoll, überzeugend, beweiskräftig und unmöglich zu ignorieren
Harold Pinter - Literaturnobelpreisträger 2005
Der von der NATO angekündigte "Prozess der Prozesse" gegen den ehemaligen Präsidenten Jugoslawiens, ihres Aggressionsopfers, ist von einem Schau- zu einem Geheimprozess geworden. Die Ursachen werden schlagartig deutlich, wenn man sich die von der Merzahl der Medien unterschlagene Eröffnungserklärung Slobodan Milosevics zum Auftakt seiner Verteidigung liest, die unwiderlegbare Beweise und sensationelle Fakten zur Rolle der USA, Deutschlands und anderer NATO-Staaten bei der Zerschlagung der jugoslawischen Vielvölkerstaates enthalten. Die Wahrheit kann man entstellen oder verschweigen, zu besiegen ist sie nicht
Ralph Hartmann - ehem. Botschafter der DDR in Jugoslawien
Am 21. November 1945 erklärte der Chefankläger der USA in den Nürnberger Prozessen: "Denn wir dürfen niemals vergessen, dass nach dem gleichen Mass, mit dem wir die Angeklagten heute messen, auch wir morgen von der Geschichte gemessen werden. Diesen Angeklagten einen vergifteten Becher zu reichen, bedeutet, ihn an unsere eigenen Lippen zu bringen. Wir müssen an unsere Aufgabe mit soviel innerer Überlegenheit und geistiger Unbestechlichkeit herantreten, dass dieser Prozess einmal der Nachwelt als die Erfüllung menschlichen Sehnens nach Gerechtigkeit erscheinen möge". Weder "Überlegenheit" noch "Unbestechlichkeit" zieren die US-amerikanische Politik derzeit. Stattdessen Entführungen, Folter, Verfassungsbruch und krimineller Umgang mit allen, die man zu seinen feinden auserkoren hat. Der Rechtsstaat auf seinem niedrigsten Niveau. Was man zu fürchten hat, ein internationales unabhängiges Gericht, umgeht man mit offener Verweigerung. Man missbraucht das Gericht, ohne sich um den Vorwurf der Siegerjustiz zu kümmern und nimmt die Vergiftung der Justiz selbst in Kauf. Wer nicht bereits ist, den Krieg der NATO gegen Ex-Jugoslawien einer Prüfung durch das Gericht zu unterziehen, hat keine Legitimation, den Gegner in Gestalt seines Präsidenten Milosevic vor Gericht zu stellen, da es seine Unabhängigkeit nicht nachweisen kann
Prof. Dr. Norman Paech
Indem die Bush-Regierung das Recht auf Präventivkriege beansprucht, hebt sie das Angriffsverbot der UNO-Charta aus den Angeln. Was sie an die Stelle der UNO-Ordung setzt, ist eine Ordnung nach ihrem imperalen Gusto und Interessenverständnis. Danach wird gemacht, was nützlich erscheint, wie zum Beispiel Welthandelsorganisation, Weltbank oder das Jugoslawientribunal. Alles andere ignoriert oder sabotiert man, wie zum Beispiel das Kyoto-Protokoll, den Weltstrafgerichtshof, den ABM-Vertrag und mittlerweile auch die UNO-Charta
Frank Bsirske - Vorsitzender der Gewerkschaft ver.di
Ich stand dem Tribunal immer skeptisch gegenüber und bin mir sicher, dass es dazu benutzt wird, die fatalen Fehler der Vereinigten Staaten und der Europäischen Union in der Balkan-Tragödie zu verdecken. Die Aufgabe des Tribunals ist es, Milosevic und das serbische Volk für das Blutbad und die gesamte Gewalt verantwortlich zu machen, die diese unglückliche Region in den 90er Jahren überschwemmt haben
James Bissett - ehem. kanadischer Botschafter in Jugoslawien
Der Angriff auf Jugoslawien stellt die dreisteste Aggression gegen einen anderen Staat dar, seitdem die Nazis Polen angriffen, um "polnische Gräueltaten" an Deutschen zu verhindern
Walter J. Rockler - ehem. Ankläger am Nürnberger Militärtribunal
Anfangs hätte man noch glauben können, dass uns das Fernsehen und die Zeitungen regelmässig die Episoden des Schauprozesses gegen den von ihnen so genannten "Schlächter des Balkan" servieren würden. Aber die Stichhaltigkeit und Solidität der von Milosevic in eigener Sache geführten Verteidigung hat die Medien bald schweigen lassen. Heute findet er praktisch hinter verschlossenen Türen statt. Und das hat seine guten Gründe
Diana Johnstone - US-amerikanische Autorin